Private-Equity-Branche bricht 2025 mit 15,69 Mrd. Euro alle Rekorde – trotz Krisenstimmung
Henry SchmittPrivate-Equity-Branche bricht 2025 mit 15,69 Mrd. Euro alle Rekorde – trotz Krisenstimmung
Deutschlands Private-Equity- und Venture-Capital-Branche erreicht trotz wirtschaftlicher Herausforderungen neue Höchststände
Die Investitionen in der deutschen Private-Equity- und Venture-Capital-Branche kletterten 2025 auf den Rekordwert von 15,69 Milliarden Euro – ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber des Wachstums waren vor allem Buy-outs sowie ein Boom im Venture-Capital-Bereich, insbesondere in den Sektoren Künstliche Intelligenz, Verteidigungstechnologie und Klimainfrastruktur.
Das Private Equity Forum NRW e.V. würdigte diese Entwicklung mit der Wiederbelebung seines Neujahrsempfangs nach einer fünfjährigen Pause. Die Veranstaltung in der NRW.BANK in Düsseldorf brachte Branchenführer zusammen, um über die Vergangenheit und Zukunft des Sektors zu diskutieren.
Den Auftakt bildete eine Begrüßungsrede von Christoph Büth, Leiter der Beteiligungsfinanzierung bei der NRW.BANK und Vorstandsmitglied des Forums. Er skizzierte die Rahmenbedingungen für die Diskussion über die Entwicklung der Branche in den vergangenen 25 Jahren.
Es folgte ein politischer Überblick von Ulrike Hinrichs, Mitglied der Geschäftsführung des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Sie hob zentrale Weichenstellungen für 2026 hervor, darunter das anstehende Standortförderungsgesetz (StoFöG) sowie Initiativen wie das 1,6-Milliarden-Euro-Programm EIF German Equity. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem 30-Milliarden-Euro-Deutschlandfonds, der kürzlich seine erste Investition in das Unternehmen Quantum Systems tätigte.
Im Mittelpunkt des Abends stand eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Vier Persönlichkeiten, vier Geschichten – 25 Jahre Private Equity in Deutschland", moderiert von Karin Hofelich (unser Magazin). Zu Gast waren Dr. Michael Brandkamp, Natascha Grosser, Dr. Markus Schillo und Dr. Ute Günther, die persönliche Erfahrungen und Zukunftsvisionen für die Branche teilten. Grosser berichtete von ihrem jüngsten ehrenamtlichen Engagement in der Harnas Wildlife Foundation in Namibia und verband dies mit den übergeordneten Themen Resilienz und Anpassungsfähigkeit.
Den Abschluss bildete ein Networking-Empfang mit einem Auftritt des Zauberkünstlers Sven Heubes. Die lockere Atmosphäre bot den Teilnehmern Raum für Austausch über die künftige Ausrichtung der Branche.
Hinter den Wachstumszahlen verbergen sich jedoch anhaltende Herausforderungen: Bürokratie, steuerliche Unsicherheiten und ungenutztes Potenzial im deutschen Mittelstand bleiben Hürden. Dennoch zeigt die Branche auch bei schwachem BIP-Wachstum Stärke. Allein die Venture-Capital-Investitionen stiegen 2025 um 19 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro – angetrieben von staatlichen Fonds in Bayern. Gleichzeitig erhöhten Private-Equity-Gesellschaften ihre Investitionen in Innovation und Resilienz um 20 bis 25 Prozent.
Auch regulatorische Veränderungen prägen die Landschaft. Aktuelle Urteile des Bundesgerichtshofs zu Call-Optionen sowie neue Fondsstrukturen im Rahmen des StoFöG 2026 zielen auf eine Vereinfachung der Abläufe ab. Allerdings deuten weniger VC-Exits im Jahr 2025 (106 gegenüber 129 im Vorjahr) auf eine nach wie vor vorsichtige Investorenhaltung hin.
Der Neujahrsempfang des Private Equity Forum NRW unterstrich: Die Branche steht auf ihrem Höhepunkt, muss aber weiterhin Hindernisse überwinden. Die Rekordinvestitionen 2025 spiegeln großes Vertrauen in KI, Verteidigungstechnologie und Klimatech wider. Ob die nächsten 25 Jahre ähnlich erfolgreich werden, hängt davon ab, ob es gelingt, bürokratische Barrieren abzubauen und weiteres Wachstum im Mittelstand zu erschließen.






