Schweiz plant Rückkehr alter Soldaten – und Satiriker Enzler lacht darüber
Henry SchmittSchweiz plant Rückkehr alter Soldaten – und Satiriker Enzler lacht darüber
Die Schweiz erwägt einen ungewöhnlichen Plan, um ihre militärischen Reihen zu stärken. Beide Kammern des Parlaments haben einen Vorschlag gebilligt, nach dem ehemalige Soldaten freiwillig in die Armee zurückkehren sollen. Der Schritt hat breite Debatten über Fitness, Kosten und die allgemeine Rolle von Zivilisten in der Landesverteidigung ausgelöst.
Unterdessen tourt der Komiker Simon Enzler mit seinem aktuellen Programm Brenzlig durchs Land – eine Mischung aus scharfer politischer Satire und seinem markanten Appenzeller Dialekt. Seine Show nimmt die Schweizer Gesellschaft aufs Korn, darunter auch die militärischen Ambitionen des Landes.
Der Bundesrat muss nun ein detailliertes Konzept für die Wiedereingliederung der Veteranen erarbeiten. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen körperliche Eignungskriterien, Schulungsbedarf und Rentenanpassungen für ältere Rekruten. Kritiker monieren, der Plan vernachlässige ein größeres Potenzial an fähigen Rentnern – von Wanderern, die feindliche Truppenbewegungen stören könnten, bis hin zu Golfspielern mit präzisen Fähigkeiten.
Einige Vorschläge sind ins Absurde abgedriftet. So wurde etwa diskutiert, Alphörner als Schallwaffen einzusetzen, Großmütter zum Stricken von Tarnnetzen abzukommandieren oder Gleitschirme zu Kampfdrohnen umzufunktionieren. Selbst leidenschaftliche Leserbriefschreiber und Verschwörungstheoretiker wurden scherzhaft für psychologische Operationen vorgesehen.
Die Debatte geht jedoch über logistische Fragen hinaus. Es stellen sich Fragen zur Gleichberechtigung bei der Wehrpflicht, zur Zivilschutzbereitschaft und zu den Risiken einer Aufrüstung angesichts der seit Anfang 2026 wachsenden geopolitischen Spannungen. Befürworter betonen, der Plan behebe Personalengpässe, während Skeptiker darin eine Notlösung mit unklarem Nutzen sehen.
Auf leichtere Weise zieht unterdessen Enzlers Brenzlig-Tour weiter ihre Kreise. Der für seine treffsichere Gesellschaftskritik bekannte Komiker gewann 2007 den renommierten Salzburger Stier. In seinen Programmen karikiert er Schweizer Eigenheiten – von Militärtraditionen bis zu regionalen Klischees – mit einer Mischung aus Scharfsinne und lokalem Kolorit.
Der Wiedereingliederungsvorschlag steht nun vor der praktischen Umsetzung. Sollte er umgesetzt werden, könnte er die Verteidigungsstrategie der Schweiz neu prägen – auch wenn Herausforderungen in Sachen Kosten, Ausbildung und öffentlicher Akzeptanz bleiben. Enzler hingegen bringt das Publikum weiterhin zum Lachen und beweist, dass selbst in ernsten Zeiten die Satire ihr Ziel findet.






