22 March 2026, 06:09

Solingen belebt sein industrielles Erbe mit neuen Führungen und Öffnungszeiten

Detaillierte alte Karte von Zoffingen, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude, Bäume und Text auf vergilbtem Papier.

Solingen belebt sein industrielles Erbe mit neuen Führungen und Öffnungszeiten

Solingen holt seine industrielle Vergangenheit mit neuen geführten Wanderungen und erweiterten Öffnungszeiten des historischen Lieferkontors ins Bewusstsein zurück. Das dezentrale Industriemuseum der Stadt umfasst Standorte wie die Hendrichs' Fallhämmer und Wipperkotten, doch über die ursprünglichen Funktionen dieser Orte ist nur wenig bekannt. Nun werden Anstrengungen unternommen, um einen dieser zentralen Orte für Besucher zugänglicher zu machen.

Das Lieferkontor diente einst als Drehscheibe für die Liewerfrauen – Frauen, die vor der Industrialisierung schwere Waren in Körben durch ganz Europa trugen, bis dieser Beruf fast überall verschwand – mit Ausnahme von Solingen.

Die Stadt und der Förderverein des Industriemuseums arbeiten gemeinsam daran, das Lieferkontor häufiger zu öffnen. Von März bis Oktober soll die Stätte 2026 an mindestens fünf Tagen zugänglich sein, jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr. Die Organisatoren hoffen, bei ausreichend ehrenamtlicher Unterstützung weitere Termine anbieten zu können.

Zusätzlich wird der lokale Guide Lutz Peters an vier Sonntagen zwischen 11:00 und 13:00 Uhr Sonderöffnungen anbieten. Langfristig ist geplant, das Lieferkontor während der Wandersaison an jedem ersten Sonntag im Monat zu öffnen. Vorwissen ist nicht nötig – entscheidend ist allein das Interesse an Solingens Geschichte.

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Eine geführte Wanderung am 19. April um 13:00 Uhr wird einen Abschnitt des Liewerfrauenwegs erkunden, startend am Gründerzentrum und endend in Wipperkotten. Die Route folgt dem einstigen Pfad der Liewerfrauen, die Waren zum Lieferkontor brachten und dort ihren Lohn erhielten. Ihre Arbeit war entbehrungsreich, doch unverzichtbar für die industrielle Wirtschaft der Stadt.

Das Lieferkontor ist eines der letzten sichtbaren Zeugnisse dieser Tradition, die im 19. Jahrhundert fast überall in Europa verschwand. Solingen möchte das Andenken daran nun durch Führungen, ehrenamtliches Engagement und öffentliche Zugänge wachhalten.

Die erweiterten Öffnungszeiten und geführten Touren bieten Besuchern die Möglichkeit, Solingens industrielles Erbe hautnah zu erleben. Die Rolle des Lieferkontors als Lohnausgabestelle für die Liewerfrauen markiert ein einzigartiges Kapitel der Stadtgeschichte. Die Organisatoren suchen weiterhin Freiwillige, um das Projekt in den kommenden Jahren zu tragen und auszubauen.

Quelle