Solingen warnt vor Corona-Risiken für Kitas nach Ende der Schutzmaßnahmen
Henry SchmittSolingen warnt vor Corona-Risiken für Kitas nach Ende der Schutzmaßnahmen
Solinger Stadtrat warnt vor Ende der Corona-Schutzmaßnahmen – besonders für Kinder und Kita-Beschäftigte
Der Stadtrat von Solingen hat Bedenken wegen der Aufhebung der COVID-19-Schutzvorkehrungen geäußert, insbesondere mit Blick auf Kinder und Erzieher:innen in Kitas. Da die Finanzierung der Lutschtests gestrichen wurde, warnen Verantwortliche vor steigenden Infektionsrisiken und einer zusätzlichen finanziellen Belastung für die Stadt. Kritiker bemängeln, dass aktuelle politische Kurswechsel – darunter die Forderung nach einem "Freiheitstag" – die Lage weiter verschärfen könnten.
Corinna Faßbender, Vorsitzende der Ratsfraktion, bezeichnete den Vorstoß der bundesweiten FDP für einen "Freiheitstag" als verfehlt. Dieser spiele populistischen und demokratiefeindlichen Stimmen in die Hände und berge die Gefahr, eine neue Infektionswelle zu befeuern. Faßbender räumte ein, dass Entscheidungen in der Pandemie oft schwierig seien, betonte jedoch, dass Transparenz weiterhin unverzichtbar bleibe.
Iris Michelmann, jugendpolitische Sprecherin der Grünen, hinterfragte, wie Kitas Ausbrüche mit nur drei Nasenabstrichen pro Woche verhindern sollen. Sie verwies auf die Bedeutung körperlicher Nähe – etwa durch Umarmungen – für die Entwicklung kleiner Kinder, die nun ohne ausreichende Testmöglichkeiten auf dem Spiel stehe. Michelmann kritisierte zudem den Wegfall der Lutschtests, die eine kindgerechtere und sicherere Alternative dargestellt hätten.
Solingen hatte in der Vergangenheit bereits eigenständige Maßnahmen ergriffen, um die Krise zu bewältigen – etwa das "rotierende Klassenzimmermodell" oder die Einführung der Lutschtests. Doch mit erschöpften Haushaltsmitteln passt sich die Stadt nun dem Appell von Stadtrat Becker an, der die Bürger:innen auffordert, freiwillig weiter Masken zu tragen. Faßbender unterstrich dies mit Verweis auf die aktuell wieder steigenden Inzidenzzahlen als Warnsignal für kommende Herausforderungen.
Die Stadt steht damit vor einer doppelten Aufgabe: den Schutz vulnerabler Gruppen zu gewährleisten und gleichzeitig die finanziellen Spielräume nicht aus den Augen zu verlieren. Ohne geförderte Testangebote bleiben Kita-Mitarbeiter:innen und Kinder einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Verantwortlichen mahnen weiterhin zur Vorsicht – auch wenn die Bundespolitik zunehmend auf Lockerungen setzt.






