Solingen zeigt Flagge: Kippa-Tag als starkes Zeichen gegen Antisemitismus
Henry SchmittSolingen zeigt Flagge: Kippa-Tag als starkes Zeichen gegen Antisemitismus
Solingen begehte den vierten jährlichen Kippa-Tag mit Kundgebung am Walter-Scheel-Platz
Rund 70 Menschen versammelten sich in Solingen zum vierten Kippa-Tag, um vor Jom Kippur ein Zeichen der Solidarität gegen Antisemitismus zu setzen. Bürgermeister Tim Kurzbach eröffnete die Veranstaltung mit einem Appell an die Bürgerinnen und Bürger, sich persönlich gegen Hass zu stellen.
In seiner Rede zog Kurzbach Parallelen zu den jüngsten antisemitischen Anschlägen in Köln und Halle und betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens gegen solche Vorfälle. Allein in der ersten Jahreshälfte 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen über 200 antisemitische Straftaten registriert.
Dr. Ilka Werner, Superintendentin des örtlichen evangelischen Kirchenkreises, erläuterte die Bedeutung der Kippa, die jüdische Männer als Symbol göttlicher Obhut tragen. Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bergisches Land, dankte in seiner Ansprache für die Unterstützung Solingens und äußerte Stolz über die gelebte Solidarität.
Auffällig war die offen gezeigte israelische Flagge – ein bewusster Kontrast zu früheren Vandalenakten. Historisch wurde daran erinnert, dass jüdisches Leben in Deutschland erstmals vor 1.700 Jahren in Köln dokumentiert wurde.
Die Veranstaltung endete mit einem klaren Bekenntnis zu Einheit und Widerstand gegen Antisemitismus. Die Präsenz der israelischen Flagge stand für eine selbstbewusste Haltung angesichts vergangener Vorfälle. Die Organisatoren hoffen, dass der Kippa-Tag die Wachsamkeit und den Zusammenhalt in der Gesellschaft weiter stärkt.
