07 June 2026, 14:06

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 negativ – Verbraucher kassieren für ihren Verbrauch

Erste negative Strompreise für Endkunden

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 negativ – Verbraucher kassieren für ihren Verbrauch

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher erhielten Geld für ihren Verbrauch

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland zum ersten Mal in diesem Jahr in den negativen Bereich und sorgten damit für einen ungewöhnlichen Jahresauftakt für Kunden mit dynamischen Tarifen. In dieser Phase wurden Haushalte effektiv dafür bezahlt, Strom zu verbrauchen – in einigen Regionen sanken die Sätze bis auf minus 8,6 Cent pro Kilowattstunde.

Der Preisverfall begann um 9 Uhr, als die Großhandelspreise unter null rutschten. Bis 17 Uhr blieben sie negativ und erreichten zwischen 13 und 14 Uhr einen Tiefstand von minus 25,03 Cent pro Kilowattstunde. Die Nettopreise für Endverbraucher variierten je nach Region zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, doch in manchen Gebieten lagen die Netto-Sätze bei bis zu minus 12 Cent.

Noch am Vorabend hatte der dynamische Tarif des Anbieters Tibber zwischen 20 und 21 Uhr mit 36 Cent pro Kilowattstunde seinen Höchststand erreicht. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, warnte, dass in diesem Sommer mit rekordverdächtigen Negativpreisen zu rechnen sei. Allein im vergangenen Jahr waren die Großhandelspreise 457 Stunden lang im Minus – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber 2023.

Experten führen den Trend auf die anhaltende Inflexibilität des Strommarktes zurück. Im Juli 2023 waren die Day-Ahead-Großhandelspreise kurzzeitig auf minus 500 Euro pro Megawattstunde eingebrochen. Da sich die Rahmenbedingungen kaum verändert haben, wird auch für dieses Jahr mit häufigen Negativpreisen gerechnet.

Kunden mit dynamischen Tarifen profitierten direkt von der Entwicklung und verdienten Geld, indem sie in Phasen negativer Preise Strom verbrauchten. Das Phänomen spiegelt jedoch tiefgreifendere Herausforderungen des Marktes wider: Die Volatilität im Großhandel wird voraussichtlich anhalten. Analysten zufolge wird sich die Situation erst bessern, wenn strukturelle Reformen die Netflexibilität erhöhen.

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