Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Henry SchmittThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Thyssenkrupp baut sein Stahlwerk in Duisburg um und ersetzt die Hochöfen durch eine Anlage zur direkten Eisenreduktion (DRI) auf Wasserstoffbasis. Das Projekt soll die CO₂-Emissionen deutlich senken und markiert einen historischen Wandel in der deutschen Stahlindustrie.
Die Erdarbeiten für die neue Anlage begannen Mitte 2024, nachdem eine vorzeitige Genehmigung erteilt worden war. Das Baufeld ist fast so groß wie 40 Fußballfelder und wird über 60 Bauwerke und Einrichtungen umfassen.
Die DRI-Anlage nutzt die Midrex-Flex-Technologie, die den Betrieb mit einer Mischung aus Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Ab 2028 wird sie schrittweise auf Wasserstoff umstellen, wobei der Vollbetrieb mit Wasserstoff für 2029 geplant ist. Dann wird die Anlage jährlich etwa 143.000 Tonnen Wasserstoff benötigen.
Die Produktion beläuft sich auf 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmen heißen Briketts (HBI) pro Jahr. Zudem werden zwei nachgeschaltete Schmelzaggregate integriert. Bund und das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben mit zwei Milliarden Euro.
Sobald die Anlage in Betrieb ist, sollen die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr sinken – das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen der deutschen Stahlindustrie. Derzeit verursacht der Sektor rund 30 Prozent der industriellen Emissionen Deutschlands.






