Tigerparks in Thailand: Grausame Dressur hinter den Kulissen der Touristenattraktion
Moritz KellerTigerparks in Thailand: Grausame Dressur hinter den Kulissen der Touristenattraktion
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tigerparks von Pattaya. Hinter den Kulissen werfen Tierschutzorganisationen den Betreibern vor, die Tiger würden hier für die Unterhaltung von Touristen leiden – ohne dass dies dem Artenschutz wirklich zugutekäme.
Das Verhalten der Tiere in solchen Parks wirkt ungewöhnlich: Sie lassen sich von Fremden streicheln und posieren geduldig für Fotos, ohne zu reagieren. Tierschützer erklären, dass diese Sanftmut einen hohen Preis habe. Jungtiere würden oft durch brutale Dressurmethoden gebrochen – bereits im frühen Alter würden Metallstangen eingesetzt, um Ungehorsam zu bestrafen.
Ständig werden neue Jungtiere gezüchtet, um die Attraktion frisch zu halten. Doch das Schicksal der älteren Tiger bleibt ungewiss. Es gibt Befürchtungen, dass einige in den illegalen Handel mit Tigerprodukten geraten. Unterdessen erholt sich der Bestand wild lebender Tiger in Thailand langsam: Schätzungsweise 200 bis 300 Tiere streifen heute durch geschützte Gebiete wie den Nationalpark Huai Kha Khaeng. Anti-Wilderer-Patrouillen, die Ausweitung des Lebensraums und Kamerafallen hätten dazu beigetragen, wie Regierungsberichte und der WWF bestätigen.
Zwar gibt es strenge Gesetze zum Schutz der Tiger, doch schwache Durchsetzung und Korruption untergraben sie häufig. Immer mehr europäische Touristen meiden derweil solche Attraktionen – aus Sorge um das Wohl der Tiere verzichten sie auf Elefantenritte und Tiger-Selfies.
Während die Zahl der wilden Tiger in Thailand vorsichtig steigt, bleibt die Zukunft der in Gefangenschaft gehaltenen Tiere in Touristenparks ungewiss. Mit wachsendem öffentlichen Bewusstsein und schärferer Kontrolle wächst der Druck auf die Betreiber, sich zu ändern – oder ganz zu schließen.






