Überfüllte Klassen und Sprachdefizite: Wie Bergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen
Marie FuchsÜberfüllte Klassen und Sprachdefizite: Wie Bergisch Gladbachs Grundschulen kämpfen
Grundschulen in Bergisch Gladbach stehen vor wachsenden Herausforderungen, da die Klassen immer größer werden und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler vielfältiger werden. In einigen ersten Klassen sitzen mittlerweile 29 Kinder – viele von ihnen haben von Anfang an Schwierigkeiten mit grundlegenden Lernfähigkeiten. Lehrkräfte berichten, dass die Kombination aus größeren Gruppen und unterschiedlichen Lernständen den Unterricht zunehmend erschwert.
Ein zentrales Problem ist die mangelnde Vorschulvorbereitung. Rund 25 Prozent der Kinder, die im Rheinisch-Bergischen Kreis eingeschult werden, weisen behandlungsbedürftige Sprachdefizite auf. Andere beginnen die Schule, ohne jemals einen Kindergarten besucht zu haben – oft wegen Personalmangels oder eingeschränkter Notbetreuung. Diese Lücken führen dazu, dass vielen Schülerinnen und Schülern grundlegende Fähigkeiten fehlen, etwa das Erkennen von Reimen, Silben oder Formen – Kompetenzen, die heute fest im frühen Lehrplan verankert sind.
Die flexible Schuleingangsphase in Nordrhein-Westfalen umfasst die ersten beiden Jahrgänge und ermöglicht es Kindern, diese in ein, zwei oder drei Jahren zu durchlaufen. Doch da immer mehr Schüler länger in dieser Phase bleiben, wachsen die Klassengrößen – Schulleitungen müssen ihre Jahresplanung ständig anpassen. Auch das Wiederholen der ersten oder zweiten Klasse wird häufiger, was die Zahlen zusätzlich in die Höhe treibt.
Lehrkräfte beobachten zudem, dass digitale Gewohnheiten das Lernen beeinflussen. Übermäßiger Konsum von Smartphones und Tablets zu Hause führe zu kürzeren Konzentrationsspannen und schwächeren sozialen Kommunikationsfähigkeiten. Diese Probleme verschärfen die ohnehin schon schwierige Situation in größeren, heterogeneren Klassen.
Die steigende Zahl von Kindern mit Lernrückständen und die wachsenden Klassengrößen stellen die Bergisch Gladbacher Grundschulen vor zusätzliche Belastungen. Da immer mehr Schüler länger in der Eingangsphase bleiben, müssen die Schulen ihre Ressourcen gezielt einsetzen. Der Trend unterstreicht, wie wichtig frühkindliche Förderung und eine gute Vorschulvorbereitung sind.






