12 April 2026, 02:10

Warum die Kritik am Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter an Kraft verlor

Schwarze und weiße Illustration, die Menschen, Tiere und Gegenstände zeigt, die den Übergang von Tory-Regelung zu liberaler Regierung darstellen.

Warum die Kritik am Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter an Kraft verlor

Ein neuer Sammelband untersucht, warum die Opposition gegen den Kapitalismus schwächer wurde, während sich der Neoliberalismus ab den 1970er-Jahren durchsetzte. "Krise der Kritik? Gegner des Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter" argumentiert, dass die Schwierigkeiten der Linken, neoliberale Politiken zu bekämpfen, eine zentrale Rolle bei der Prägung der modernen Gesellschaft spielten. Das Buch hinterfragt gängige Annahmen darüber, wie der Widerstand gegen den Kapitalismus im Laufe der Zeit an Kraft verlor.

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Die Proteste von 1968 enthielten eine scharfe Kritik an der Konsumkultur, die mit einer grundsätzlichen Ablehnung des Kapitalismus verbunden war. Doch dieser Widerstand konnte den Aufstieg neoliberaler Ideen nicht aufhalten. Statt eines plötzlichen Wandels übernahmen sozialdemokratische und linksliberale Gruppen oft marktfreundliche Reformen als Reaktion auf wirtschaftliche Krisen.

Das Buch stellt infrage, ob der Neoliberalismus jemals ein einheitliches Projekt war. Es deutet an, dass der Begriff selbst Debatten vereinfachen kann, indem er sich auf spezifische Ausprägungen des Kapitalismus konzentriert, statt das System als Ganzes zu betrachten. Kritik am Konsum etwa gab es bereits lange vor dem Neoliberalismus – sie entstand bereits während des Nachkriegbooms.

Die Gründung der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) in den 1990er-Jahren belebte keine starken antikapitalistischen Bewegungen. Stattdessen verband sie Identitätspolitik mit gemäßigteren Wirtschaftskonzepten. Der Sammelband widerspricht der Vorstellung, dass Widerstand rein individualisiert wurde, und argumentiert, dass strukturelle Schwächen der linken Opposition ebenfalls zum Sieg des Neoliberalismus beitrugen.

Das Buch zeigt auf, wie die Unfähigkeit der Linken, den Neoliberalismus herauszufordern, die moderne Politik geprägt hat. Es betont, dass das Verständnis dieses Scheiterns entscheidend ist, um die gesellschaftlichen Veränderungen seit den 1970er-Jahren zu analysieren. Die Autor:innen fordern eine umfassendere Kapitalismuskritik – statt sich nur auf neoliberale Varianten zu beschränken.

Quelle