19 March 2026, 20:07

Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweitem Rekordtief bei Hausärzten pro Einwohner

Balkendiagramm, das die Anzahl der Menschen zeigt, die in Deutschland mit Krebs diagnostiziert wurden, auf einem weißen Hintergrund.

Hausarztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweitem Rekordtief bei Hausärzten pro Einwohner

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

Aktuelle Zahlen der Bundesärztekammer zeigen: In der Region Westfalen-Lippe kommen nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner – der niedrigste Wert unter allen 17 kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Die Daten haben eine hitzige Debatte darüber ausgelöst, wer die Verantwortung für den Ärztemangel trägt.

Als Reaktion auf die Krise führte die Landesregierung eine Landarztquote ein. Demnach müssen 1.100 Medizinstudierende mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang in unterversorgten Gebieten arbeiten. Doch die ersten Ärzte aus diesem Programm werden erst 2030 ihre Tätigkeit aufnehmen.

Die Opposition wirft Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor, das Problem zu lange ignoriert zu haben. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, bezeichnete die Zahlen als "vernichtendes Zeugnis" seiner Politik. Laumann konterte, die heutigen Engpässe seien auf jahrzehntelanges Nichtstun unter früheren SPD-geführten Regierungen zurückzuführen.

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Seit 2009 fördert ein landesweites Hausarztprogramm die Ansiedlung von über 1.000 neuen Praxen in unterversorgten Regionen. Rund 80 Prozent der Mittel flossen dabei nach Westfalen-Lippe, die am stärksten betroffene Region. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei etwa 230 Haus- und Fachärzten für Psychotherapie pro 100.000 Einwohner – mit großen regionalen Unterschieden. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg kommen auf nur 64, Brandenburg auf 66.

Die Landarztquote soll die Versorgungslücken verringern, doch ihre Wirkung wird sich erst in Jahren zeigen. Bis dahin bleibt Westfalen-Lippe die Region mit den wenigsten Hausärzten Deutschlands. Die SPD warnt unterdessen vor einer weiteren Verschärfung der Versorgungskrise, sollten nicht zeitnah zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

Quelle