Wie schleichender Faschismus die politische Stimmung verändert und Ängste instrumentalisiert
Henry SchmittWie schleichender Faschismus die politische Stimmung verändert und Ängste instrumentalisiert
Ein Wandel der politischen Stimmung ist im Gange – mit wachsenden Anzeichen autoritärer Tendenzen. Beobachter warnen, dass der Begriff „Faschismus“ die aktuelle Lage treffender beschreibt als „rechtspopulistisch“. Emotionale Unterströmungen aus Angst, Neid und verletztem Stolz breiten sich wie eine Infektion aus.
Der Aufstieg solcher Haltungen beginnt oft schleichend. Eine paranoide Scheinrealität setzt sich fest, schürt Empörung und ungebremste Aggression. Die Geschichte zeigt: Menschen können Handlungen gutheißen, die sie einst als undenkbar abgelehnt hätten.
In Donald Trumps Amerika wird Ungerechtigkeit unter dem Deckmantel der Legalität zur Norm. Grausamkeiten werden offen zelebriert, um eine treue Anhängerschaft zu befriedigen. Ähnliche Muster zeigen sich im Einfluss von Figuren wie Alice Weidel, Björn Höcke oder Elon Musk, die als künftige Vollstrecker harter Ideologien beschrieben werden.
Faschismus ist keine starre Ideologie, sondern eine schleichende Stimmung, die an Fahrt gewinnt. Beschwerden werden verstärkt, Anhänger klammern sich an ihren eigenen Groll. Die Taktiken der extremen Rechten gedeihen in diesem emotionalen Nährboden – doch bei linksgerichteten Wählergruppen finden sie kaum Anklang.
Die Grenze zwischen Überzeugung und Mittäterschaft ist fließend. Autoritäre Maßnahmen und hetzerische Sprache sind nicht immer ein Zeichen von Faschismus, doch sie ebnen ihm den Weg. Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass die heutige Rhetorik die Täter von morgen prägt.
