Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja-Kinski-Debatte zurück
Amelie KleinWim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja-Kinski-Debatte zurück
Eine aktuelle Debatte hat Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975 wieder in den Fokus gerückt. Im Mittelpunkt steht Nastassja Kinskis halb nackter Auftritt im Alter von 13 Jahren. Der Streifen war erst im März im Frankfurter Filmmuseum im Rahmen einer Wenders-Retrospektive ein einziges Mal gezeigt worden, bevor die Kontroverse erneut aufflammte.
Nastassja Kinski hatte jahrelang die Entfernung der umstrittenen Szene gefordert. Erst als Wenders ihre Bitte öffentlich ablehnte, gewann ihre Initiative an Fahrt. Die Diskussion nahm eine neue Wendung, als Wenders sich bei Kinski entschuldigte und den Film aus dem Verkehr zog.
Die Auseinandersetzung wirft die Frage auf, wie mit älteren Werken umgegangen werden soll, deren Inhalte heute als inakzeptabel gelten. Einige plädieren dafür, Filme nachträglich zu bearbeiten und problematische Szenen zu entfernen, andere betonen die Bedeutung der Bewahrung des Originals. Kinskis Vorgehen lenkte die Debatte weg von der Sensationslust und brachte eine differenziertere Perspektive ein.
Auch andere Schauspielerinnen berichteten von ähnlichen Erfahrungen. Brooke Shields, die in Pretty Baby mit elf Jahren eine Kinderprostituierte spielte, äußerte später Unbehagen darüber, ihre Rolle rechtfertigen zu müssen. Jodie Foster, die mit zwölf in Taxi Driver mitwirkte, sprach stets mit Humor über ihre Rolle. Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst thematisierten ebenfalls die Notwendigkeit professioneller Standards und Respekt am Set.
Die Debatte um Falsche Bewegung wirft grundsätzliche Fragen auf, wie mit Werken aus der Vergangenheit umgegangen werden soll, deren Inhalte heute als unangemessen gelten. Wenders’ Entscheidung, den Film zurückzuziehen, markiert einen wichtigen Moment in dieser andauernden Diskussion. Die Debatte entwickelt sich weiter, da immer mehr Stimmen aus der Branche ihre Standpunkte einbringen.
