20 March 2026, 00:08

Windpark-Ausbau im Hochsauerland zerstört Naturschutzgebiet trotz Proteste und Verstöße

Baustelle mit Kränen, Steinhaufen, Holzstämmen, Vegetation, einem Metallzaun, Bäumen, einem Gewässer und einem bewölkten Himmel.

Windpark-Ausbau im Hochsauerland zerstört Naturschutzgebiet trotz Proteste und Verstöße

Zufahrtsweg zum Windpark Aupketal im Hochsauerland wird durch Naturschutzgebiet ausgebaut – Kritik an Umweltschäden und mangelnder Transparenz

Für den Windpark Aupketal im Hochsauerland wird eine Zufahrtsstraße durch ein geschütztes Naturschutzgebiet verbreitert. Die Bauarbeiten, bei denen alte Baumbestände und Feuchtgebiete im Aupketal gerodet werden, stoßen bei lokalen Politikern auf scharfe Kritik. Im Mittelpunkt stehen Befürchtungen über Umweltzerstörung und die intransparente Umsetzung des Projekts.

Die ausgebaute Trasse führt durch das Aupketal bei Arnsberg-Moosfelde, ein FFH-Schutzgebiet, das für seine Laubwälder, Bäche und Feuchtbiotope bekannt ist. Der Weg wird mit kalkreichem Schotter befestigt, um übergroße Turbinenkomponenten und Rotorblätter für den Windpark am Möhnesee transportieren zu können.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Kreistagsabgeordnete Gerd Stüttgen von der Sauerländer Bürgerliste (SBL) wirft dem Betreiber mangelhafte Baupraktiken vor. Die Bezirksregierung Hochsauerland bestätigte Verstöße, darunter unautorisierte Verdichtungsarbeiten und eine nicht genehmigte Verbreiterung der Schotterfläche. Trotz dieser Feststellungen hat sich die Aupketal Wind Farm GmbH als Betreiberin bis Anfang 2026 öffentlich nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Norbert Schulte-Schnitker, Geschäftsführer des Windparks, räumte zwar Rodungen ein, versicherte jedoch, dass Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt würden. Die Bezirksverwaltung verlangt jedoch Nachweise über die Einhaltung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG § 45), darunter detaillierte Habitatbewertungen und langfristige Biodiversitätsmonitoring-Programme für etwaige Kompensationsflächen.

Die Opposition im Kreistag, angeführt von der SBL, zeigt sich frustriert über die Vorgänge. Ein Antrag auf eine Ortsbegehung wurde abgelehnt, was die Bedenken hinsichtlich der Projektkontrolle weiter schürt.

Trotz nachgewiesener Baumängel und ökologischer Risiken gehen die Ausbauarbeiten weiter. Die Behörden fordern eine vollständige Einhaltung der Naturschutzvorschriften, bevor weitere Schritte erfolgen. Die langfristigen Folgen für die Ökosysteme im Aupketal bleiben unter Beobachtung.

Quelle