Woidke warnt: AfD-Aufstieg ist ein gesamtdeutsches Problem – nicht nur im Osten
Amelie KleinWoidke warnt: AfD-Aufstieg ist ein gesamtdeutsches Problem – nicht nur im Osten
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat sich zum Aufstieg der AfD geäußert und diesen als gesamtdeutsches Problem bezeichnet – nicht nur als Herausforderung Ostdeutschlands. Er warnte davor, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, und zog Parallelen zur gewalttätigen Extremismuswelle der 1990er-Jahre, die als „Baseballschläger-Jahre“ bekannt wurde.
Woidke räumte ein, dass die Strategie, die AfD in Brandenburg zu ignorieren, gescheitert sei – in dem Bundesland hat die Partei beträchtlichen Zulauf erhalten. Nun plädiert er für einen direkten Kurs: Kritiker sollten die AfD mit ihren Forderungen konfrontieren und klare Antworten auf deren politische Vorhaben einfordern.
Der Einfluss der AfD beschränkt sich längst nicht mehr auf den Osten: Bei der Bundestagswahl erzielte sie auch in westdeutschen Städten wie Gelsenkirchen und Kaiserslautern starke Ergebnisse. In Gelsenkirchen zog die Partei sogar in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt ein. Woidke betonte, dass der Rechtspopulismus kein rein deutsches Phänomen sei, sondern Teil eines europäischen und globalen Trends.
Während auf eine gerichtliche Entscheidung gewartet wird, ob die Bundes-AfD als rechtsextrem eingestuft werden soll, forderte Woidke stärkere Maßnahmen zum Schutz von Minderheiten und Andersdenkenden vor Angriffen. Zugleich kritisierte er, dass der Westen die Extremismusprobleme des Ostens oft überbetone – dabei sei die Gefahr mittlerweile bundesweit präsent.
Woidkes Aussagen markieren einen Strategiewechsel: vom Ignorieren der AfD hin zur offenen Auseinandersetzung. Die Wahlerfolge der Partei in Ost und West zeigen, dass ihr Einfluss wächst. Die anstehende Gerichtsentscheidung über ihre Einstufung könnte die politische Reaktion weiter prägen.






