Zoll entdeckt massenhafte Diesel-Steuertricks bei ausländischen Lkw-Fahrern
Henry SchmittZoll entdeckt massenhafte Diesel-Steuertricks bei ausländischen Lkw-Fahrern
Zollbeamte haben eine wachsende Tendenz zur Steuerhinterziehung bei Kraftstoffen unter ausländischen Lkw-Fahrern entdeckt, die nach Deutschland einreisen. Bei Kontrollen im Jahr 2021 wurden zahlreiche Fälle aufgedeckt, in denen Spediteure ihre Fahrzeuge umbauten, um zusätzliches Diesel zu transportieren und so höhere Energiesteuern zu umgehen. Durch die verschärften Maßnahmen konnten bereits beträchtliche Summen an ausstehenden Abgaben eingezogen werden.
Das Problem betrifft vor allem Lastwagen, die aus Ländern wie der Türkei anreisen, wo Diesel mit 56 bis 70 Cent pro Liter deutlich günstiger ist als in Deutschland. Während Kraftstoff in Standardtanks an den Grenzen von der Steuer befreit ist, gilt diese Regelung nicht für manipulierte Tanks. Viele Spediteure ersetzen ihre ursprünglichen 235- bis 245-Liter-Tanks durch deutlich größere Behälter mit einem Fassungsvermögen von 550 bis 800 Litern, um die Preisdifferenz auszunutzen.
Zollbeamte in Aachen stießen kürzlich auf Kühl-Lkw mit übergroßen Kraftstofftanks. Solche umgebauten Tanks lösen Energiesteuern und Einfuhrmehrwertsteuer aus, die die Fahrer bei der Einreise begleichen müssen. Um Wiederholungstaten zu verhindern, erheben die Behörden zudem einen Zuschlag auf die nachträglich festgesetzten Steuern.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Einzelfälle. Allein 2021 deckten bundesweite Kontrollen zahlreiche Steuerhinterzieher auf und trieben sechsstellige Beträge an ausstehenden Energiesteuern ein. Die Praxis scheint unter Spediteuren weit verbreitet zu sein, die auf Langstrecken Kosten sparen wollen.
Die verschärften Kontrollen zeigen die finanziellen Anreize hinter den Tankmanipulationen auf. Zwar müssen Spediteure bei einer Entdeckung sofort Steuernachzahlungen und Strafen leisten, doch der anhaltende Preisunterschied zwischen den Ländern treibt weiterhin Versuche der Steuerumgehung voran. Die Behörden bleiben wachsam und kündigen weitere Kontrollen an, um die Einhaltung der Vorschriften durchzusetzen.






