Arnsberg sucht dringend Betreuer – Kampagne gegen Fachkräftemangel und für Vorsorgeplanung
Moritz KellerArnsberg sucht dringend Betreuer – Kampagne gegen Fachkräftemangel und für Vorsorgeplanung
Arnsberg steht vor wachsendem Bedarf an rechtlicher Betreuung, da immer mehr Einwohnerinnen und Einwohner Unterstützung bei Alltagsaufgaben, Wohnfragen und behördlichen Angelegenheiten benötigen. Gleichzeitig geht die Zahl qualifizierter Betreuer zurück – viele erfahrene Fachkräfte scheiden altersbedingt aus. Um gegenzusteuern, startet das Betreuungsamt der Stadt eine neue Kampagne, um Betreuer zu gewinnen und die Vorsorgeplanung unter den Bürgern zu fördern.
Seit Januar 2023 arbeitet das Arnsberger Betreuungsamt auf Grundlage des Betreuungsorganisationsgesetzes mit nur 2,5 Vollzeitstellen. Die Fallzahlen steigen kontinuierlich: 2025 wurden 874 Menschen von beruflichen Betreuern oder Organisationen begleitet, zusätzlich übernahmen Ehrenamtliche 422 Fälle.
Der Mangel an Betreuungskräften ist auch auf den demografischen Wandel zurückzuführen – viele langjährige Fachkräfte verlassen den Beruf. Als Gegenmaßnahme startet das Amt im April 2026 eine Nachwuchs- und Informationsoffensive. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Gewinnung neuer Betreuer, sondern auch die Aufklärung über Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten, damit Bürger frühzeitig selbst über ihre Angelegenheiten bestimmen können.
Geplant sind öffentliche Informationsveranstaltungen in Arnsberg, Neheim und Hüsten; die genauen Termine und Orte werden bald bekannt gegeben. Begleitet wird die Kampagne von Plakaten, Stellwänden und Flyern mit dem Motto "Verantwortung übernehmen. Selbstbestimmt leben. Menschlichkeit stärken." Zudem entwickelt das Amt präventive Strategien, um den Betreuungsbedarf langfristig zu entlasten und die Autonomie der Bürger zu schützen.
Ziel der Initiative ist es, die Versorgungslücke in der Betreuung zu schließen und gleichzeitig die frühzeitige Vorsorge in der Bevölkerung zu fördern. Angesichts steigender Nachfrage und schrumpfender Erfahrungsträger soll sichergestellt werden, dass Hilfe für Bedürftige weiterhin verfügbar bleibt. Die Informationsangebote und Materialien bieten klare Orientierung zu rechtlichen Optionen und Vorsorgemöglichkeiten.






