20 March 2026, 16:07

Junge Menschen wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – Studie zeigt alarmierende Trends

Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der Kreislauf" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fetter schwarzer Schrift.

Junge Menschen wenden sich zunehmend von der Demokratie ab – Studie zeigt alarmierende Trends

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen. Nur 47 Prozent der Befragten gaben an, mit der Funktionsweise des aktuellen Systems zufrieden zu sein. Expert:innen warnen, dass extremistische Online-Botschaften die Radikalisierung in jüngeren Altersgruppen beschleunigen.

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Der Bericht identifiziert drei deutlich abgrenzbare Gruppen in der Gesellschaft: "Demokrat:innen", "fragile Demokrat:innen" und "Demokratiegegner:innen". Die beiden letzteren Kategorien setzen sich überproportional aus jüngeren, weniger gebildeten Personen zusammen. Die Unterstützung für die Demokratie ist besonders bei unter 45-Jährigen stark gesunken, wobei die niedrigsten Werte in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen zu verzeichnen sind.

Fast die Hälfte aller Befragten stimmte der Aussage zu, dass die Gesellschaft von "einer starken Partei" profitieren würde, die den Willen des Volkes vertritt. Diese Haltung steht in direktem Zusammenhang mit den persönlichen Lebensumständen – wer zufriedener mit seinem Leben ist, zeigt tendenziell eine stärkere demokratische Grundhaltung.

Bundesbildungsministerin Karin Prien äußerte Besorgnis über die Geschwindigkeit, mit der junge Menschen im Netz mit Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus konfrontiert werden. Soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen haben sich zu zentralen Räumen der Radikalisierung entwickelt. Gleichzeitig versagt die klassische politische Bildung in Schulen oft daran, diese digitalen Herausforderungen wirksam anzugehen.

Die Studie betont zudem das ungenutzte Potenzial schulischer politischer Bildung, um demokratische Kompetenzen zu stärken. Allerdings liegen seit dem Demokratiebericht 2022 keine aktualisierten Daten mehr zu den Einstellungen von 14- bis 18-Jährigen in der Region vor.

Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Kluft im demokratischen Engagement der jüngeren Generationen hin. Angesichts der rasanten Verbreitung extremistischer Einflüsse im Internet stehen Bildungsverantwortliche und Politiker:innen unter Druck, die politische Bildung anzupassen. Der Bericht unterstreicht die Dringlichkeit gezielter Strategien, um demokratische Werte zu festigen, bevor die Unzufriedenheit weiter zunimmt.

Quelle