Collien Fernandes wirft Christian Ulmen schweren digitalen Missbrauch vor
Henry SchmittCollien Fernandes wirft Christian Ulmen schweren digitalen Missbrauch vor
Collien Fernandes, die Ex-Frau des Komikers Christian Ulmen, hat ihn öffentlich schwerwiegenden digitalen Missbrauch vorgeworfen. Sie behauptet, er habe unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, pornografische Inhalte verbreitet und in ihrer Identität Telefonssex geführt. Die Vorwürfe haben die Debatte über Ulmens frühere Arbeiten neu entfacht – insbesondere seine Rolle in der umstrittenen Reality-Show Mein neuer Freund.
In den mittleren 2000er-Jahren war Ulmen Hauptdarsteller in Mein neuer Freund, einer ProSieben-Sendung, in der Frauen ihre neuen Partner ihren Familien vorstellten – wer sich am schlechtesten benahm, gewann die Challenge. Eine seiner berüchtigtsten Figuren war Alexander von Eich, ein snobistischer Aristokrat, der seine Freundin herablassend als "Franziskarrrrr!" bezeichnete. Das Format der Show, zu dem auch Segmente wie "Wer will meine Freundin vögeln?" gehörten, wurde später für seine frauenfeindlichen Untertöne kritisiert.
Fernandes' aktuelle Aussagen beschreiben Ulmens Handlungen als "virtuelle Vergewaltigung" und einen tiefgreifenden Eingriff in ihre Privatsphäre. Sie wirft ihm vor, ihre Identität ohne Zustimmung für Online-Dating und explizite Inhalte missbraucht zu haben. Ihr Bericht reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Fällen, in denen Frauen sich gegen Männer wehren, die ihr Vertrauen und ihre digitale Präsenz ausnutzen.
Die Vorwürfe haben eine breitere Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung von Ulmens früherem Verhalten ausgelöst. Als seine Beziehung zu Fernandes 2010 öffentlich wurde, stand vor allem ihre Partnerwahl in der Kritik – seine Handlungen hingegen blieben weitgehend unbeachtet. Nun wird der Leitspruch der Überlebenden Gisèle Pelicot, "Die Scham muss die Seite wechseln", als Aufruf zur Rechenschaftspflicht zitiert.
Fernandes' Entscheidung, ihre Erfahrungen zu teilen, hat die Aufmerksamkeit für das Thema digitaler Missbrauch neu geschärft. Streaming-Plattformen wie Joyn und ProSieben haben inzwischen die von Ulmens Firma produzierte Serie jerks. aus ihrem Programm genommen. Der Fall zeigt, wie nachhaltig Verletzungen der Privatsphäre wirken – und wie wichtig es ist, Einzelne für ihr Handeln zur Verantwortung zu ziehen.






