Große Grüne Mauer: Warum die Klimaziele in Afrikas Sahelzone scheitern könnten
Moritz KellerGroße Grüne Mauer: Warum die Klimaziele in Afrikas Sahelzone scheitern könnten
Die Große Grüne Mauer in Afrikas Sahelzone steht vor erheblichen Herausforderungen bei der Erreichung ihrer Ziele zur Kohlenstoffbindung. Trotz ehrgeiziger Pläne zeigen aktuelle Erkenntnisse die Grenzen des Vorhabens auf, Emissionen durch Aufforstung auszugleichen.
Die Initiative Große Grüne Mauer (GGW) zielt darauf ab, bis 2030 100 Millionen Hektar degradiertes Land zu renaturieren und 250 Millionen Tonnen CO₂ zu binden. Doch die trockenen und halbtrockenen Bedingungen der Region begrenzen das Potenzial für eine wirksame Kohlenstoffspeicherung. Aufforstungsprojekte in solchen Gebieten binden oft nur geringfügig zusätzliches CO₂, und die Überlebensrate der Setzlinge bleibt in den Partnerländern niedrig.
Einige GGW-Projekte wurden auf Flächen ausgeweitet, die zuvor keine Baumbestände aufwiesen – in der Hoffnung, den Handel mit CO₂-Kompensationszertifikaten anzukurbeln. Allerdings repräsentieren derzeit nur 12 Prozent dieser Zertifikate tatsächliche Emissionsreduktionen. Zudem gestaltet sich die präzise Messung der Kohlenstoffbindung durch Forstwirtschaft als schwierig; Fachleute fordern verbesserte Methoden.
Ein weiteres Hindernis ist das Fehlen eines robusten institutionellen Rahmens, der den Kohlenstoffmarkt stützen und notwendige Garantien bieten könnte. Darüber hinaus hat der Fokus auf Forstmaßnahmen als Klimaschutzinstrument andere Ansätze – etwa die Reduzierung fossiler Brennstoffe – in den Hintergrund gedrängt.
Die Fortschritte der GGW bleiben hinter den ursprünglichen Plänen zurück, da sich die Wiederaufforstung unter den extremen Bedingungen als schwierig erweist. Ohne bessere Systeme zur Erfassung der CO₂-Bindung und stärkere institutionelle Unterstützung könnte der klimapolitische Effekt des Projekts begrenzt bleiben. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit zuverlässigerer Strategien für den Ausgleich von Emissionen.
