Polizei Recklinghausen konfrontiert Neue mit NS-Vergangenheit der eigenen Behörde
Henry SchmittPolizei Recklinghausen konfrontiert Neue mit NS-Vergangenheit der eigenen Behörde
Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen führte kürzlich neu versetzte Beamtinnen und Beamte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einen Besuch in die Villa ten Hompel in Münster. Die Exkursion sollte ihr Verständnis für eine dunkle Phase der Polizeigeschichte vertiefen. Die Gruppe besuchte eine Ausstellung über die Rolle der uniformierten Polizei während des Zweiten Weltkriegs.
Der Besuch in der Villa ten Hompel ist seit 2016 fester Bestandteil einer regelmäßigen Dialogveranstaltung für neue Angehörige der Polizeidirektion Recklinghausen. Die unter dem Titel „Geschichte – Gewalt – Gewissen“ stehende Ausstellung beleuchtet die Verbrechen der Ordnungspolizei während des Krieges. Im Fokus steht dabei ihre Beteiligung an Gräueltaten, darunter der Völkermord an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma.
Die Polizeidirektion Recklinghausen selbst ist historisch mit diesen Ereignissen verbunden: Ein Polizeibataillon der Behörde war an den Gewalttaten beteiligt. Zurhausen betonte, dass der Besuch zur Auseinandersetzung mit den Werten des Grundgesetzes anregen solle. Zudem rief sie die neuen Beamtinnen und Beamten dazu auf, sich in ihrer heutigen Arbeit an ihrem eigenen „moralischen Kompass“ zu orientieren.
Die Ausstellung bleibt noch bis Ende 2024 geöffnet. Mit der Initiative soll sichergestellt werden, dass neue Polizeikräfte über frühere Verfehlungen informiert sind. Gleichzeitig werden sie ermutigt, in ihren künftigen Aufgaben ethische Maßstäbe hochzuhalten.
