Hagener Apotheken schließen bundesweit für faire Löhne und Reformen
Henry SchmittHagener Apotheken schließen bundesweit für faire Löhne und Reformen
Alle 27 Apotheken in Hagen schließen am 23. März ihre Türen – als Teil eines bundesweiten Protests. Mitarbeiter aller Standorte werden nach Düsseldorf reisen, um an einer Kundgebung teilzunehmen. Sie fordern faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die Aktion zeigt eine seltene Geschlossenheit in einer Branche, in der Streiks sonst unüblich sind.
Der Protest richtet sich gegen das Bundesgesundheitsministerium. Apothekeninhaber pochen auf längst überfällige Reformen. Ihre zentrale Forderung: eine Erhöhung der festen Abgabegebühr pro Packung, die ihrer Meinung nach seit Jahren zu niedrig ist. Anders als bei einer Kundgebung 2023 in Dresden, als sich 3.500 Apotheken gegen eine konkrete Regelung wandten, geht es diesmal darum, bereits grundsätzlich vereinbarte Änderungen endlich umzusetzen.
Die Verärgerung wächst über das, was Apotheker als Doppelmoral der Krankenkassen bezeichnen. Während diese Lohnzurückhaltung fordern, fühlen sich die Apotheker mit ihren eigenen Gehältern und Betriebskosten im Stich gelassen. Gesundheitsministerin Nina Warken steht nun unter zunehmendem Druck, aus den Gesprächen endlich Taten folgen zu lassen.
Trotz der Schließungen bleibt die Bereitschaftsapotheke Victoria für Notfälle geöffnet. Die Organisatoren betonen, dass der Protest ein letztes Mittel sei – in der Hoffnung, dass künftige Verhandlungen solche drastischen Maßnahmen überflüssig machen.
Die Schließung aller Hagener Apotheken sendet ein deutliches Signal an die Politik. Mit der Kundgebung in Düsseldorf fordert die Branche sofortiges Handeln bei der Vergütung und bei Reformen. Das Ergebnis könnte entscheiden, ob in den kommenden Monaten weitere Streiks nötig werden.






