25 March 2026, 12:09

Platonische Küsse unter Freunden: Warum Zuneigung heute öffentlich gelebt wird

Eine Zeichnung eines Mannes und einer Frau, die sich umarmen und küssen, mit einem Schädel im Hintergrund.

Platonische Küsse unter Freunden: Warum Zuneigung heute öffentlich gelebt wird

Öffentliche Zuneigungsbekundungen unter Freunden – ohne romantische Absicht – werden in der westlichen Popkultur immer sichtbarer. Aktuelle Beispiele sind Scarlett Johansson, die Jonathan Bailey küsste, oder Cat Deeley, die ihrer engen Freundin Charlie Brear zum Geburtstag einen Kuss gab. Experten deuten diese Gesten als Ausdruck tiefer sozialer Bindungen, nicht als romantisches Interesse.

Der Trend, dass Freunde sich mit nicht-sexuellen Küssen begrüßen, hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts waren solche Zuneigungsbekundungen in der angloamerikanischen Kultur selten und wurden oft mit Skepsis betrachtet. Doch bis in die 2020er-Jahre hinein haben europäische Einflüsse in den Medien – von Filmen bis hin zu Serien wie Friends oder Modern Family – dazu beigetragen, diese Praxis zu normalisieren. Auch die Promi-Kultur spielte eine Rolle: Persönlichkeiten wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid oder Madonna zeigten sich öffentlich beim Küssen ihrer Freundinnen.

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Scarlett Johansson sorgte für Schlagzeilen, als sie Jonathan Bailey bei der Premiere von Jurassic World: Rebirth auf dem roten Teppich küsste. Ihr Ehemann, Colin Jost, relativierte später die Reaktionen und scherzte, die Leute würden "ein Drama daraus machen, wenn jemand seine Freundin zur Begrüßung küsst". Jost fügte hinzu, dass Baileys offene Homosexualität jede romantische Deutung von vornherein ausschließe.

Auch Cat Deeley teilte kürzlich einen ähnlichen Moment: In einem Geburtstagspost küsste sie ihre "Ride-or-Die"-Freundin Charlie Brear. Die Kommunikationsberaterin Judi James erklärte, solche Rituale stärkten Freundschaften und reduzierten Stress. Sie verglich die Geste mit dem Verhalten von Primaten, bei denen körperliche Nähe Vertrauen und Sicherheit schafft.

Jonathan Bailey verteidigte die Praxis mit den Worten: "Ich glaube daran, Liebe auf vielfältige Weise zeigen zu können." Judi James unterstrich diese Sicht und beschrieb den Kuss als eine fürsorgliche, nicht-sexuelle Geste.

Die wachsende Akzeptanz platonischer Küsse in der Öffentlichkeit spiegelt einen größeren kulturellen Wandel wider. Während Geschlechterrollen flexibler werden und die Medienvielfalt zunimmt, gelten solche Zuneigungsbekundungen heute als natürlicher Ausdruck von Freundschaft. Experten sehen darin urtümliche Bindungsverhalten, die emotionale Sicherheit und Verbindung fördern.

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